Das Schwergewicht in Europa

Um Superlative kommt man nicht herum: Deutschland ist der größte Markt in Europa, ist Exportnation Nummer Eins und die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt. Nach den Zerstörungen im 2. Weltkrieg und Demontagen war eine derartige Entwicklung nicht für möglich gehalten worden. Aber die damalige Bundesrepublik Deutschland konnte mit dem Wiederaufbau ihre Industrie auf den modernsten Stand bringen. Für den Aufstieg nach dem Krieg ist der Begriff “Wirtschaftswunder” in den internationalen Sprachgebrauch eingegangen. In der ehemaligen DDR konnte sich die Wirtschaft zwar eine führende Rolle unter den Ländern des Ostblocks erarbeiten, doch nach dem Zusammebruch erwiesen sich die Unternehmen größtenteils als nicht konkurrenzfähig.

Deutschland ist vor allem ein Industrieland. Große, weltweit operierende Konzerne prägen im Ausland das Bild der deutschen Wirtschaft. Automobilbau, Maschinenbau, Elektrotechnik und Chemie sind die wichtigsten Industriezweige. Den Kern der deutschen Industrie aber bildet der Mittelstand. 70 Prozent aller Beschäftigten arbeiten in einem mittelständischen Unternehmen. Eine international führende Rolle hat sich die deutsche Wirtschaft im Bereich der Umwelttechnologie erobert.

Es wird erwartet, dass dieser Bereich in der Zukunft zu einem der wichtigsten, wenn nicht dem wichtigsten Wirtschaftszweig wird. Dem bedeutendes Industriestandort Deutschland entspricht das Angebot an Dienstleistungen. Der Finanzplatz Frankfurt hat internationalen Rang, ebenso wie Hamburg als Logistik-Standort. Aufgrund seiner Diversität gilt Deutschland als krisenresistenter im Vergleich zu anderen Nationen, auch in der Europäischen Union.

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